Posts mit dem Label Malawi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Malawi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 12. August 2011

Impressionen Malawi


Bevor ich nun morgen Richtung Mosambik reise habe ich noch ein paar Impressionen von Malawi geladen - wie immer auf einer separaten Seite.

Die Demo am 17.8. wird stattfinden. Es soll eine friedliche Demo geben, Kerzen anzünden zwecks Gedenken an die Totem vom 20.7. sowie Sitzstreiks bis die Regierung eine Antwort auf die eingereichte Petition gibt. Allerdings stand heute ebenfalls in der Zeitung, dass Bingu (der Präsident) die Demos verbietet und als illegal erklärt. Obwohl hier alle freundlich und friedlich sind, irgendwie steht grosser Ärger vor der Tür.

Ich wünsche dem Land und ihren Bewohnern jedoch alles Gute und eine hoffentlich glücklichere Zukunft.

Genaues Abbild meines Fahrzeuges aus Gras geflochten, Senga Bay

Donnerstag, 11. August 2011

Treibstoffmangel


Malawi ist für seine freundlichen Bewohner bekannt als „das warme Herz von Afrika“ und man ist durchaus beeindruckt, wie geduldig und gelassen sie mit den Problemen umgehen, zum Beispiel mit dem chronischen Treibstoffmangel. Ich würde schon lange auf die Barrikaden steigen und in anderen Ländern würden sie wohl mit der Hellebarde und der Machete aufeinander los. Im Prinzip lässt sich weder ein Geschäft betreiben noch sonst etwas planen. Es lähmt das ganze Land und ist pures Gift für die eh schon schwache Wirtschaft.

Zwischen Monkey Bay und Lilongwe gab es kein Tropfen Benzin und als wir heute in Lilongwe ankamen, waren sämtliche Tankstellen leer. Ich hörte mich dann mal um und nett wie die Leute sind, schlugen sie mir vor, mich zu informieren, sobald sie etwas hören.

In 3 Stunden wird der Spuk wieder vorbei sein

Zwei Stunden später klopfte es an der Tür: es gibt Benzin, der Tanklaster käme eben bei einer Tankstelle an, wir müssten aber JETZT gehen. Also liessen wir alles stehen und liegen und liessen uns durch Lilongwe führen – links - links – rechts – geradeaus –links – rechts – und siehe da: die Kolonne hat sich bereits gebildet, obwohl der Tanklaster erst begann, den Inhalt zu entleeren. Unser Führer erklärte uns mehr oder weniger, wie es nun so funktioniert in einer doppelspurigen Schlange und 90 Minuten später hatte ich 76.5 Liter und einen vollen Tank. 

1. Reihe, Platz Nr. 18 :-)

Doppelspurige Schlange auf der anderen Seite ..

Notabene, unser Führer hatte nicht die Absicht, Geld zu verdienen. Er führte uns einfach so durch die Stadt, half uns in die richtige Schlange zu stehen, nämlich diejenige für Benzin und nicht für Diesel, winkte uns durch das Chaos und hielt uns zum gegebenen Zeitpunkt den Zapfhahn frei. Alles nur aus Freundlichkeit. Ich frage mich, wieviele Schweizer das wohl für einen japanischen Touristen machen würde?

Dienstag, 9. August 2011

Schönes Malawi mit zwei Seiten


Malawi hat einiges zu bieten, allerdings hinterlässt manches einen bitteren Nachgeschmack. Nach unseren entspannenden Tagen am Malawisee fuhren wir Richtung Süden und besuchten den Liwonde N.P. An und für sich eine schöne Gegend und ein interessanter Park, es gefiel mir recht gut.


Lagune im Liwonde N.P.


Aber zum Ersten war da dieser einjährige Elefant mit der Drahtschlinge am Fuss. Er humpelte auf 3 Beinen und der verletzte Fuss war fast doppelt so dick. Ich gebe dem Tier keine Überlebens-Chance, wenn die Park-Behörde nicht eingreift. Zum Zweiten erwischten wir Leute beim Abholzen und als sie uns hörten, warfen sie das Holz weg und rannten in alle Richtungen. Wilderei und Abholzung ist in den Parks nach wie vor ein grosses Problem.

Elefant im Liwonde N.P.

Nach dem Park bewanderten wir die Insel im Himmel von Malawi, den majestätischen Mt. Mulanje, ein Bergmassiv im Süden von Malawi. Sein höchster Punkt liegt auf 3000 Meter.

Teeplantage vor Mt. Mulanje

Ursprünglich wollten wir die 2 Chamäleon-Arten suchen gehen, aber wir waren zur falschen Jahreszeit dort. Eine endemische Art, das Zwergchamäleon welches auf dem kleinen Finger Platz findet, gibt es nur auf einem Plateau. Das Plateau wäre über einen 7-stündigen Aufstieg zu erreichen - zu viel des Guten für uns. Wir begnügten uns also mit einer Wanderung auf ein näheres Plateau und legten in 7 Stunden 1000 Höhenmeter zurück. Chamäleons fanden wir leider keine.


Mt. Mulanje


Zu guter Letzt legten wir noch einen Abstecher in den Majete N.P., ein Park, welcher komplett ausgewildert war. Die African Park Network  wurde als eine Lösung für solche Situationen eingerichtet - es ist eines der ersten privaten Institutionen im Parkmanagement in Afrika. Es verwaltet Parks in öffentlich-privater Partnerschaften mit den Regierungen auf einer langfristigen Basis.

Majete kam 2003 in die Obhut vom African Parks Network und scheint auf einem guten Weg zu sein. Seit 2004 wird jährlich 1 Mio. US$ investiert und erste Erfolge zeichnen sich ab. Mein Geld, welches ich dort liegen liess, geht hauptsächlich in die umliegenden Gemeinden für Schulen, Gesundheitsversorgung, etc. Sie wollen in 5 Jahren selbsttragend sein, was jedoch ein ehrgeiziges Ziel ist. Mittlerweile leben 11 Nashörner im Park, viele seltene Antilopen-Arten und Ende dieses Monates kommen 4 Leoparden hinzu. Zudem eröffnete diesen Monat eine neue Lodge im Park. Wir genossen den nächtlichen Besuch der Büffel in unserem Camp.

Nyala im Majete N.P.

So .. nun geht es nochmals an den See zur Entspannung, bevor mein Neffe wieder an die Arbeit muss und mich meine Reise fortsetze.


Situation in Malawi
Aufgrund der Rückmeldungen von Mails noch hier ein paar Worte:

Nachdem wir nun diverse weitere Informationen erhalten haben, ergibt sich langsam aus dem Info-Puzzle ein Bild. Eigentlich wollte ich ja nichts über Politik schreiben, aber wenn man mittendrin ist …

Ein Lehrer an der Universität in Zomba, die Grösste im Lande, brachte im Geschichtsunterricht die Aufstände in Nordafrika zur Sprache und meinte, dass friedliche aber bestimmte Demonstrationen und Forderungen gegenüber einer Regierung überall funktionieren würde, auch bei ihnen. Darauf wurde er beurlaubt und die Uni ging in Streik zwecks Solidarität zum Lehrer. Dies scheint nun auch die Ecke zu sein, welche die Demonstrationen, resp. den Aufstand organisiert und die Opposition unterstützt. Anscheinend ist es ebenfalls eine Art Facebook-Generation. Wenn auch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Zugang zu elektronischen Medien haben, sie scheinen sich gut zu organisieren. Es ist die gebildete, obere Schicht und nicht der kleine Mann aus den Townships.

Die nächste Demo ist ja auf den 17.8. angesetzt, denn bis dahin müsste die Regierung nun einige Forderungen erfüllen, was sie aber wohl nicht tun wird. Der Präsident scheint „mugabsche“ Züge zu haben (Anmerkung: Robert Mugabe ist Präsident von Zimbabwe). Nebst den ständigen Benzinknappheit war ein Tropfen, welcher das Fass zum Überlaufen brachte, war die Anschaffung eines Privatjets. Des Weiteren scheint er sich grosszügig zu bereichern und unterstützt Prestige-Projekte, obwohl es überall an allem fehlt.

Sarkastisch könnte man schon fast sagen: ein anderer Monat, ein anderes Jahr, ein anderes Land, ein anderer Präsident, aber die Geschichte wiederholt sich einmal mehr.

Zuletzt: es soll Facebook-Seiten geben, welche genau sagen, wo es wann Benzin und Diesel gibt. Wir hatten nun im Süden immer Benzin bekommen, für Diesel scheint es aber sehr schwierig zu sein. Lange Autokolonnen stehen vor den Tankstellen und die Leute übernachten sogar dort.

Sonntag, 31. Juli 2011

Geldbezug + Situation in Malawi


Die Währung in Malawi ist der Malawi Kwacha und lässt sich etwa durch 200 teilen - 1000 Kwachas sind etwa sFr. 5.00. Die höchste Note welche es gibt sind 500 Kwachas, also etwa sFr. 2.50 und der grösste Betrag, welchen man am Bankautomat ziehen kann sind 20‘000 Kwachas, gut sFr. 100.-.

Der Grund, warum man nicht mehr Geld beziehen kann liegt wohl darin, dass nicht mehr durch den Schlitz passt:



Bezug von 20'000 Kwachas

Machnmal ist es schon ein eigenartiges Gefühl, durch eines der ärmeren Länder in Afrika zu reisen und dabei sämtliche Hosen- und Hemdtaschen mit Bündel von Noten vollgestopft zu haben. Aber nenn mal ein Land - Äthiopien, Burkino Faso, Mali, Lyberia .. man muss es akzeptieren und kann es nicht ändern.


Situation in Malawi

Für Interessierte, anbei noch zwei Links zu den Vorfällen von letzter Woche:


Im Moment ist es ruhig und friedlich, "the warm heart of africa" wird Ihrem Ruf wohl gerecht. Die nächste grosse, landesweite Demonstration ist den lokalen Informationen zufolge auf den 17.8. angesetzt. Ich schätze, da wird es ungemütlich werden, zumal inzwischen die USA, England und andere Länder ihre Hilfsgelder eingefroren haben. Ich werde bis dahin das Land wohl verlassen haben. 

Benzin gab es zwischen Lilongwe und Mzuzu im Norden keines und da es mir langsam aber sicher ausging, konnte ich das Nyika Plateau nicht besuchen L Am Malawi See bei Nkhata gab es dann aber reichlich Benzin zum Auffüllen. So weile ich nun am See, geniesse den Sandstrand und mache mal Ferien Reisestress ;-) 

Heike grüssen + Büroarbeiten erledigen




Sonntag, 24. Juli 2011

Impressionen Zambia / Aufstand in Malawi


Impressionen Zambia

Über die unbeschreiblichen Landschaften und die Tierwelt habe ich ja ausführlich berichtet und ich werde das Gefühl nicht los, mich ständig nur zu wiederholen. Ich verzichte daher auf Impressionen im Stile von Elefanten-Begegnungen und Sonnenuntergänge. Dafür etwas mehr von Land und Leute in Schwarz-Weiss. Ich möchte die Bilder für sich selber sprechen lassen und werde sie daher nicht weiter kommentieren.

Mein Favorit:


Das Schild besagt: „Das Land ist reserviert für eine Parkanlage. Unbefugtes Betreten wird strafrechtlich verfolgt“. Dabei haben sie dort ihre Geschäfte eröffnet und wohnen teilweise dort, nach links, nach rechts und nach hinten.


Aufstand in Malawi

Eigentlich wollte ich 3 Tage in South Luangwa bleiben und dann noch 2 Tage in den Luambe N.P., etwas nördlicher, wenig besucht und abgelegen. Allerdings schaffte ich es nicht und blieb 8 Tage in South Luangwa. Wäre nicht mein Neffe am Flughafen von Lilongwe in Malawi angekommen, ich wäre noch länger geblieben.

Am 21.7. wollte ich eben über die Grenze nach Malawi als mir Ausreisende berichteten, dass in Lilongwe geschossen wird L Wie bitte? Ja, es gibt wohl einen Aufstand. Benzin sei im ganzen Land keines mehr zu kriegen ausser für 4 Euro / Liter auf dem Schwarzmarkt. Heimische empfahlen mir, nicht einzureisen, aber ich kann ja meinen Neffen wohl nicht in Lilongwe am Flughafen stehen lassen. Also bin ich dann am 22.7. doch eingereist.

Wie ich heute am 24.7. in der lokalen Presse las, gab es am 20.7. und 21.7. friedliche Demonstrationen  in Lilongwe, Blantyre und Mzuzu gegen die Benzin-Knappheit und hohen Lebenskosten, welche dann aber von der Regierung niedergeknüppelt wurden und folglich die Situation eskalierte. Sie schrieben hier von 18 Toten und vielen Verletzten. Die EU bedauert anscheinend die Reaktion der Regierung und rief zum Dialog auf, die UNO (Ban Ki Moon) verurteilte die Gewalt der Regierung ebenso. In der europäischen Presse wird es wohl kaum ein Thema gewesen sein.

Aus meiner Sicht ist hier mittlerweile alles ganz friedlich – ich bekomme gar nichts davon mit und bin wirklich im Zentrum von Lilongwe. Benzin gibt es vereinzelt, ich würde mal sagen so jede fünfte Tankstelle verkauft noch oder wieder Benzin. Gestern gingen die Leute ganz normal ihren Geschäften nach, es gab weder Strassenblockaden (Polizei) noch verschärfte Kontrollen oder Militär.

Die Zeitung meinte jedoch, die Situation sei noch nicht ausgestanden .. mal sehen, wie es sich hier entwickelt.