Samstag, 10. September 2011

Inselhüpfen

Mit dem Begriff Inselhüpfen verbinde ich unverzüglich smaragdgrünes, glasklares Wasser, weisse palmenbesetze Strände und farbige Boote oder Fähren, welche einem von Insel zu Insel tuckern.

Inselhüpfen kann man aber auch im knochentrockenen Botswana. Es ist ein Inselhüpfen der besonderen Art.


Die Makgadikgadi Pfannen

Vor 20‘000 Jahren begann die Austrocknung des Makgadikgadi Ursees (sprich Machadichadi). Er wurde damals vom Okavango, Chobe und dem Zambesi gefüllt und war wohl eines der grössten Binnengewässer in Afrika. Die endgültige Austrocknung wurde dann vor ca. 1500 Jahren erreicht. Zwei grosse Pfannen, die Sua- und die Ntwetwe-Pfannen, sowie unzählige kleine Pfannen rundherum bilden heute das grösste zusammenhängende Pfannensystem der Erde.

In diesem Pfannensystem und Überbleibsel des Ursees gibt es mehrere fossile Inseln – also auf zum Inselhüpfen.


Nashorn Karma

Den 4 Tage und 3 Nächte langen Trip starte ich in Martin’s Drift, dem Grenzübergang von Südafrika nach Botswana und folge erst der B140, dann der A14 Richtung Norden.  Am frühen Nachmittag erreiche ich Serowe, wo ich die Vorräte auffülle, vorallem zusätzliches Wasser. Nach dem kurzen Stopp ist es nicht mehr weit ins Khama Nashorn Reservat, wo ich meine erste Nacht verbringe.

Botswana wurde während den 80-er und 90-er Jahren ebenso von Wilderern heimgesucht und schwer getroffen. Die Nashörner waren faktisch ausgerottet worden und die Population im Lande auf beinahe null gesunken. Das Khama Nashorn Reservat wurde vom damaligen Präsidenten Seretse Khama gegründet, um die letzten Tiere entsprechend zu schützen. Das Reservat umspannt 4300 Hektaren und ist heute die Heimat von 34 weissen und 4 schwarzen Nashörnern, welche unter dem wachsamen Auge der BDF (Botswana Defense Force) stehen.

Ich schlage mein Zelt unter einem kahlen, aber grossen Marula Baum auf Camp No. 8 auf. Während ich mir einen Mittagskaffee brühe nimmt ein grosser Kudu Bulle mit drei Windungen an den Hörnern einen Augenschein wer da angekommen ist, um dann lautlos und langsam wieder im Busch zu entschwinden. Am Spätnachmittag mache ich mich auf, einen schönen Platz zu suchen, um mir einen der legendären Sonnenuntergänge am afrikanischen Horizont anzuschauen. Nach wenigen Kilometern finde ich eine kleine Pfanne mit etwas Wasser, stelle den Motor ab und geniesse den Ausblick und die Akazien am Ende der Pfanne.

Während ich ein paar Gedanken nachhänge und sich der Himmel orange und rötlich färbt, erblicke ich im Hintergrund eine Staubwolke, welche sich auf die Mitte der Pfanne hinbewegt. Die Vermutung, dass es sich um ein oder zwei Nashörner handelt, bestätigt sich als sie sich wie Models auf einem Laufsteg kurz vor der Wassersenke noch von der linken und der rechten Seite zeigen. Das klischeehafte Afrikabild erscheint einmal mehr vor meinen Augen.


Nashoerner im Rhino Khama Sactuary

Zurück im Camp entfache ich ein wärmendes Feuer, koche endlich wieder mal italienisch und öffne mir eine Flasche Rotwein. Das Überzelt montiere ich jeweils nicht mehr, denn beim Innenzelt besteht die Decke nur aus einem Moskitonetz und ermöglicht mir so einen freien Blick auf den sagenhaften  Sternenhimmel. Zufrieden döse ich in meiner Millionen-Sterne-Unterkunft ein, welche ich mit keinem 5-Sterne Hotel tauschen würde.


Kukonje Island

Wie im Mapungubwe werde ich im Khama von Frankolins geweckt. Es sind wohl nur vier oder fünf, aber ihre 120 Dezibel erreichen sie locker. Ich brühe mir einen doppelten Espresso, esse eine kleine Banane und einen Apfel, kaufe noch Feuerholz bei Macida, der lustigen Rangerin, und mache mich auf den Weg nach Kukonje Island. Der Weg führt über Lethakane. Meine Reiseführer meint, die Insel sei nur von Osten anzufahren, mein GPS sagt, ich solle via Makobelo fahren, aber der Polizist am Veterinär-Zaun bei Tlala Mabeli sagt, einfach gleich links abbiegen und Richtung Norden fahren. Ich pfeiffe auf Reiseführer und GPS und folge der Beschreibung des dicklichen Beamten.

Wegweiser nach Kukonje

Bei Kukonje Island handelt es sich um eine tatsächliche Insel und ist vom Festland abgeschnitten. Um die Felsformation zu erreichen, fahre ich mehrere Kilometer über die heimtückische Pfanne. Am Rande der fossilen Erhebung wächst salztolerantes Gras und auf der Insel findet sich ein karger Busch- und Baumbewuchs sowie ein paar Baobabs.

Anfahrt zu Kukonje Island

Mein Zelt schlage ich unter einem mächtigen, alten und stolzen Baobab auf. Ich bin der einzige auf der Insel. Die Abgeschiedenheit, die anmutige Ruhe und schwere Stille dieses Ortes findet man vermutlich nicht einmal in einem Zen-Kloster. Meine Ohren sind sich diese Stille gar nicht mehr gewöhnt und beim Lesen am Nachmittag im Schatten des Baobabs ertappe ich mich selbst, wie ich angestrengt versuche, nur einen Laut wahrzunehmen. Nichts. Ich benötige ein paar Stunden, um diese anhaltende Stille geniessen zu können.

Blick von der Insel nach Suedwesten

Es ist noch dunkel als ich erwache. Ich bleibe jedoch noch liegen, um den noch immer vorhandenen Sternenhimmel anzustarren. Nach einer Nacht habe ich mir die Stille einverleibt und höre, wie ein Käfer unter dem Zelt krabbelt. Ein Geräusch, welches ich so noch nie wahrgenommen habe.


Lekhubu Island

Der Morgen nimmt schnell seinen Lauf und als es warm wird, packe ich mein Camp zusammen und mache mich auf den Weg nach Lekhubu Island.

Die Insel ist in touristischen Kreisen mittlerweile bekannt und gilt als einer der Höhenpunkte einer Botswana-Reise. Ich erwarte eine Insel mit vielen Campern. Die Fahrt war weniger spektakulär als die Anfahrt nach Kukonje.

Knorriger Baobab am praehistorischen Strand des Makgadikgadi Ursees


Kurz nach meiner Ankunft in Lekhubu werde ich vom Caretaker Whisky mit einem breiten Grinsen begrüsst. Er stellt sich als „mobiles Büro“ vor und gibt mir das Buch zur Registrierung. Whisky empfiehlt mir Camp No. 6 – Palapaye und ich folge seiner Empfehlung. Zu meinem Erstaunen ist nur ein einziger Camper anwesend und im Laufe des Nachmittages sollte auch nur noch ein Dritter dazukommen.

Die Atmosphäre ist derjenigen von Kukonje ähnlich, wobei ich nicht hier sein will, wenn alle Camps besetzt sind. Mit den vielen knorrigen Baobabs am prähistorischen Strand der Makgadikgadi Ursees ist die Insel jedoch attraktiver als Kukonje. Ich mache einen Sparziergang um und über die Insel, an der es an Motiven nicht mangelt.

Lekhubu Island


Gebrochene Feder

Der vierte Tag beginnt mit einem kurzen, aber starken Kaffee. Der Horizont ist rot, die Sonne aber noch nicht über dem Horizont. Ich unternehme eine weitere Wandung über die Insel, bevor ich mich auf den Weg nach Maun mache. Ich bin staubig und reif für eine Dusche. Die Fahrt nach Maun führt mich direkt über die Ntwetwe Pfanne, etwas über hundert Kilometer bis zur Teerstrasse.

Ueber die Ntwetwe Pfann nach Gweta

Der Trip kostet mich 4,2 Gigabyte Speicherplatz für Fotos, 2 Stunden Schreibarbeit für Tagebuch und Blog sowie eine gebrochene Feder hinten links am Fahrzeug. Ein Ersatzteil ist in Maun nicht zu finden und die Dusche gibt nur kaltes Wasser her. Beides ist unangenehm, aber nicht tragisch.

Montag, 5. September 2011

Mapungubwe



Die königliche Ausgrabungsstätte um Mapungubwe wurde 2003 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt und seit 2004 ist es ein Nationalpark auf der südafrikanischen Seite des Dreiländereckes Südafrika, Botswana und Zimbabwe. Eine Absichtserklärung für einen grenzübergreifenden Park, welcher den Tuli-Block von Botswana, die Tuli Safari Area in Zimbabwe und den Mapungubwe zu einem Gebiet vereinen soll, wurde 2006 von allen Ländern unterzeichnet, seither tat sich aber in dieser Hinsicht leider nicht viel.



Der Park gliedert sich in einen Ost- und einen West-Teil, dazwischen liegt kommerziell genutztes und privates Land. Im Ostteil des Parkes gab es Stellen, welche mich an die Serengeti erinnerten, was durch die Zebras und Gnus erst noch bekräftigt wurde. Weiter gab es Stellen, welche mich dann aber auch an den Etosha erinnerten. Im Westteil gibt es Gebiete, welche aussehen wie im South Luangwa. Besonders die Pfade entlang des Limpopo, der sogenannten Baum-Gallerie, gefielen mir ausserordentlich. Es wirkte wie ein Königreich der Bäume.

Blick auf den Limpopo vom "Tree Top Walk"


Der kleine Park überraschte mich rundum, die Tierbegegnungen waren zahlreich, wie z.B. Giraffen, Zebras,  Gnus, diverse Antilopen wie Kudus, Oryx und Impalas und die Elefanten liefen ständig ums Camp herum, welches nur durch kleinen Drahtzaun von der Wildnis abgegrenzt war. Es soll sogar Löwen, Geparden und Nashörner geben. Das allerbeste waren jedoch die zwei Dutzend Frankolins: sie weckten mich jeden Morgen pünktlich um 5:50 und waren lauter als ein Stadion voll kreischender Teenies an einem Justin Bieber Konzert.

Freitag, 2. September 2011

Lucius Banda, LIFE


Der malawische Popsänger, Sing- und Songwriter Lucius Banda beginnt seinen Song Life mit dem Zitat von Eleanor Roosevelt:

„Wenn Du nicht kritisiert werden willst, dann unternehme nichts, sage nichts und sei nichts“ und fügt hinzu: „Das malawische Volk verweigert, nichts zu sein. Wir sollten unsere Stimmen erheben, auch wenn wir dafür im Gefängnis landen. Was soll’s“.

Im Laufe dieses Song‘s fordert er seine Zuhörer (resp. die Malawier) dazu auf, der Regierung kritische Fragen zu stellen, z.B. warum nur immer Bauernopfer erbracht werden, warum es keine Transparenz in den Regierungsgeschäften gibt, warum Abgeordnete, Polizeichefs, Militärs und Medienschaffende plötzlich im Gefängnis landen, warum jeweils der Strom abgestellt wird und warum es kein Benzin und Diesel gibt.

Ein Statement im Song ist besonders bemerkenswert: „die Völker (oder Bevölkerung) von Afrika haben erkannt, dass es in ihrer eigenen Verantwortung liegt, wie sie regiert werden.“

Dem kann ich nur beipflichten: es liegt an den Afrikanern selbst, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und zum Guten zu wenden. Nach 40 Jahren und zweistelligen Milliarden Euros Entwicklungshilfe müssen sich die Geldgeber langsam eingestehen, dass es nichts gebracht hat, wo immer das Geld auch versickert(e). Damit meine ich nicht die Unterstützung bei Katastrophen wie Tsunamis, Erdbeben, Hungernot bei Dürren, etc., sondern das Bauen von Infrastrukturen (z.B. ein Dorfbrunnen), Eröffnen von Schulen inkl. Material und dergleichen.

Ich hoffe inständig, dass Lucius diesbezüglich Recht behält und wünsche es dem Kontinent, jedem Land und natürlich jedem Bewohner des Kontinentes. Allerdings habe ich aber so meine Zweifel ...

Nun, der Blogeintrag wird etwas lang. Dies liegt nicht daran, dass ich heute besonders gerne viel schreibe, sondern an der langen Liste der afrikanischen Despoten, welche mich als Realist eben  skeptisch werden lassen. Beginnen wir mal mit denjenigen, zu welchen Bye Bye, Auf Wiedersehen, Arrivederci und Tschüss sagen durften. Die Reihenfolge gliedert sich nach den Amtsjahren:

1.       Muammar Gadaffi, Lybien, 42 Amtsjahre, Diktator der Diktatoren, Gründer des „Weltrevolutionärs-Zentrum“, worin er diverse Diktatoren trainierte (z.B. Charles Taylor, Blaise Compaoré), Unterstützer von Idi Amin und Slobodan Milosevic, bekennender Freund von Fidel Castro und Kim Ill-Sung, Waffenlieferant von Charles Taylor und anderen afrikanischen Warlords, führte Krieg gegen das eigene Volk und ist Gründer des „Al-Gaddafi Internationaler Preis für Menschenrechte“.
2.       Omar Bongo, Gabun, 42 Amtsjahre, Präsident auf Lebzeiten mit fünflängster Amtszeit der Geschichte, verstarb glücklicherweise 2009
3.       Hosni Mubarak, Ägypten, 30 Amtsjahre, von friedlichen Protesten des Amtes verjagt, sieht sich mit Anklagen konfrontiert
4.       Zine Al-Abine Ben Ali, Tunesien, 24 Amtsjahre, ebenfalls des Amtes verjagt, floh nach Frankreich wo ihm der Eintritt verweigert wurde, ist nun in Jeddah, Saudi Arabien, früheres Exil von Idi Amin
5.       Mengistu Haile Mariam, Äthiopien, 17 Amtsjahre, Angeklagt wegen Völkermord, floh nach Zimbabwe dank einer Einladung von Robert Mugabe
6.       Laurent Gbagbo, Elfenbeinküste, 11 Amtsjahre, welche hauptsächlich von Bürgerkrieg charakterisiert ist, klammerte sich wie alle an die Macht, zur Zeit in Haft
7.       Charles Taylor, Liberia, 6 Amtsjahre, sieht sich mit Anklagen gegen Menschenrechte konfrontiert, warb selbst mit dem Slogan „Er killte meine Mutter, er killte mein Vater, aber ich wähle ihn“. Nach dem Bürgerkrieg des Amtes verjagt

(bei Gadaffi bin ich mir nicht sicher, ob er mittlerweile zur Kategorie „und tschüss“ gehört).


Dann mal die Liste der Wackelkandidaten:

1.       King Mswati III, Swaziland, 25 Amtsjahre, letzter Monarch in Afrika, extravagant und Sammler von Luxusautos, Unterdrücker von politischen Oppositionen.  Seiner Meinung nach sollten HIV-positive Menschen sterilisiert und gekennzeichnet werden.
2.       Blaise Compaoré, Burkino Faso, 24 Amtsjahre, graduierte in Gadaffi’s Revolutionszentrum, sieht sich mit Massenstreiks und Protesten konfrontiert, evtl. steht Militär nicht mehr hinter ihm (aktuelle Situation ist mir nicht bekannt).

Und schlussendlich diejenigen, welche noch fest im Sattel sitzen (zumindest scheint es so):

1.       José Eduard Dos Santos, Angola, 33 Amtsjahre, mach sich selbst, seine Familie, Spiessgesellen und politische Partner stinkreich durch Öl und Diamanten auf Kosten des Staates und der Bevölkerung, selbstverständlich Unterdrücker sämtlicher Oppositionsbewegungen
2.       Teodoro Obiang Nguema Mbasogo, Äquatorialginea, 32 Jahre Amtszeit, Führer des Einparteiensystems (ok .. es gibt mehrere, aber eben ..), gilt als hochkorrupt und ethnozentrisch (die Mutter des Rassismus)
3.       Paul Biya, Kamerun, 29 Amtsjahre, änderte die Verfassung dahingehend, dass er uneingeschränkt entscheiden und regieren kann und geniesst vollkommene Immunität, selbstverständlich Präsident auf Lebzeit
4.       Yoweri Museveni, Uganda, 25 Amtsjahre, legt Oppositionelle und Medienführer gerne in Haft, liess zu, dass seine Minister die Todesstrafe für Homosexuelle einführten
5.       Omar Al-Bashir, Sudan, 22 Amtsjahre, der erste Amtsinhaber, welcher wegen Völkermord in Darfur angeklagt wurde
6.       Idriss Deby, Chad, 21 Amtsjahre, änderte die Verfassung welche ihm nun alles ausnahmslos erlaubt, unterstützte Gadaffi und schickte im Februar Truppen nach Lybien

Nun, die Nordafrikaner haben ihre Despoten verjagt. Wie gesagt, ich hoffe, dass Lucius Recht behält und die Einwohner von Afrika erkannt haben, dass sie selbst verantwortlich sind, aufgrund der Liste dürftet ihr aber meinen Zweifel verstehen, dass sich hier in absehbarer Zukunft ernsthaft etwas zugunsten der  Bevölkerungen ändert.

Jemand vergessen? Ah ja .. Robert Mugabe, Zimbabwe, regiert seit 31 Jahren. Er hat wahrhaftig einen langen Atem! Wie die charismatische Vaterfigur sich in einen solchen Despoten verwandeln konnte bleibt anscheinend ungeklärt. Zumindest habe ich bis heute keine vernünftige Erklärung gelesen oder gehört. Er fälschte Wahlen so offensichtlich, dass man sie wirklich nicht mehr ernst nehmen kann. Der Westen, insbesondere Europa, Intellektuelle, Oppositionsführer und Medienschaffende sind kollektiv stupid. Sein Reichtum kostete die Bevölkerung tausende von Leben (wenn nicht Millionen), denn diese starben und sterben an Aids, Cholera, Malaria, Tuberkulose, Unterernährung oder einfach aufgrund fehlender Hygiene. Das Land hat die höchste Säuglings-und Muttersterblichkeit und der stärkste Rückgang in der Lebenserwartung in der Geschichte. Er führte die einstige Kornkammer von Afrika in den Bankrott. Sein Slogan für die Wahlen „ Vote ZANU-PF if you want to live“ sagt alles.

Sonntag, 28. August 2011

Supa Südafrika



Illegal in Südafrika

Nun ist die siebte Grenze überschritten. Einer der einfachsten, resp. schnellsten Grenzübertritte war tatsächlich von Malawi nach Moçambique. Von Moçambique nach Südafrika unterlief mir ein kleiner Fehler: ich habe die Immigration von Südafrika gar nicht gesehen und erwartete sie erst später, ein paar Kilometer nach der Ausreise von Moçambique. Aber als dann plötzlich ein Wimpy, eine Tankstelle mit Bankomat und Werbung in Rand vor mir auftauchte, da lag die Vermutung nahe, dass da etwas schief lief.

Ich fuhr über die Grenze ohne Stempel im Pass und ohne Registrierung meines Fahrzeuges. Damit war ich illegal im Lande. Also kehrte ich wieder um und fuhr zurück. Allerdings wollte ich ja nicht mehr ausreisen, sondern einreisen, kam aber dafür von der falschen Seite … ist ja klar, ne … und man glaubte mir nicht, dass ich vor 5 Minuten rüber fuhr und alle nur winkten. Nachdem die Diskussion scheinbar nicht zum Ziel führte, fragte ich dann mal, ob denn nicht Zeit zum Mittagessen sei – isn’t it lunch time? - und siehe da, dann kam die Sache ins Rollen. Zu Fuss durfte ich dann zurück zur Immigration, Stempel holen und Auto registrieren, dann nochmals guten Appetit wünschen und losfahren J

Meine Empfehlung: reise nie illegal in ein Land und wenn doch, dann rede übers Essen ;-) Später kam mir in den Sinn: ich hätte ja den Ausreisestempel von Moçambique zur Not zeigen können …


Supa Südafrika

Hier in Südafrika ist alles supa! Falls Du einen Reifen- oder Auto-Service brauchst: Supa Quick ist behilflich.



Auf der Speisekarte gibt es für den Supa Hunga den Hunga Busta, ein besonders saftiger, grosser Burger mit Chips und Salat. Ich wüsste mindestens zwei Leser dieses Blogs, welche den Hunga Busta bestellen würden ;-) Und bestimmt nicht wegen des Salates J

Überhaupt ist hier alles supa! Der Seifenspender, welchen es auch in Zambia, Malawi und Moçambique gab, hat sogar Seife! Es gibt überall warme Duschen, prall gefüllte Shops, man kann wieder mit Karte bezahlen, Web-Zugriff ohne Probleme, es gibt verschiedene Radiosender und das Steak lässt sich auf 4 verschiedene Arten bestellen: als 200g oder 270g Variante, von der Huft oder als Filet. Ich geniesse all diese Annehmlichkeiten. Und das alles zu Preisen, da komme ich selbst ins Stauen, obwohl ich es ja kenne. Kürzlich bezahlte ich für ein 200g Filet, 1 Glas Wein (2.5 DL), 1 Espresso mit 20% Trinkgeld gerade mal sFr. 15.00 …  Supa Südafrika! Ok, die Kurse rutschten  wohl die letzten Monate zu meinen Gunsten. 

Ich hüpfe mal eben in den Krüger N.P., ursprünglich gar nicht im Plan, aber ich habe noch ein paar Tage sowie freien Eintritt aufgrund meines letztjährigen Besuches.

Übrigens: bezüglich Moçambique wurde ich teilweise falsch verstanden: mir gefiel Land und Leute durchaus und ich wäre gerne länger geblieben. Allerdings spielte einfach das Wetter nicht mit. Und mit Pulli und langen Hosen am Stand zu liegen sieht einfach Scheisse aus ..

Donnerstag, 25. August 2011

Babyfresser und Humbug


Langer Weg nach Süden - Moçambiques Strassen sind soweit ok
  
Auf langen, endlosen Strecken gönne ich mir aber ab und zu mal etwas Süsses. Ehrlich gesagt, ich habe nie begriffen, wie man Bären essen kann. Diese niedlichen, süssen, kleinen, farbigen Gummibärchen. Und nun mutierte ich zum Babyfresser, nämlich die Maynards mini enerjelly babies … Life is fruity  - steht auf der Packung. Gilt zumindest zurzeit für mich J


Life is fruity ;-)
Und falls keine Babies zur Verfügung stehen, dann bleibt immer noch Zeit für Humbug:




Moçambique – Teil II

Die Geschichte ist kurz erzählt: ich bin enttäuscht – weiss aber nicht recht worüber. Da war immer die Rede von den schönsten Stränden Afrikas, von Schnorcheln mit Walhaien und Delphinen und vom Tauchparadies schlechthin. 

Bilene, letzter Strand vor Maputo

Ich wusste zwar, dass im August und September der Wind geht und es nicht die beste Reisezeit ist, war dann aber doch überrascht, als es an der Küste bewölkt war. Es regnete sogar. Ich wusste ja nicht mal mehr, was das ist, aber es regnete .. 

Küstenwetter - nass, kühl, windig

Der Wind war nicht nur stark, er war auch kühl und hörte nie auf, was zu einem rauhen Meer mit hohen Wellen führte. Kurzum: es war nicht die Zeit zum Baden, sich die Sonne auf den Pelz brennen lassen oder zum Schnorcheln. So fuhr ich halt 200 km die Küste runter und tags darauf wieder und tags darauf wieder und plötzlich war ich in Maputo L

Strassenszenen, Vorort von Maputo

Impressionen wird es keine geben, denn mittlerweile sind schon beinahe alle Pics von Moçcambique hochgeladen ..

Maputo






Mittwoch, 24. August 2011

Das verlorene Paradies


Moçambique

Meine Pläne für Moçambique, sofern überhaupt vorhanden, hatte ich bereits in Malawi überworfen. Insgeheim wollte ich eigentlich ins Niassa Reserve, ganz im Norden an der Grenze zu Tanzania. Dieses Unterfangen hat aber Expeditions-Charakter und nachdem ich bereits 3 Woche in Malawi dem Benzin nachrannte, hatte ich keine grosse Lust mehr dazu. Ich fuhr gleich Richtung Süden.


Wiedergeburt eines verlorenen Paradieses

Erste Station war das einstige Juwel des Landes, der Gorongosa N.P. Wenn man den Park heute besucht, kann man sich nur schwer vorstellen, wie er früher ausgesehen hat. Der Park-Manager zeigte mir historische Aufnahmen von den 70er Jahren und kopierte mir die Filme. Man ist eigentlich sprachlos, ob der wilden Zeit von damals.


In den 80er Jahren schlugen die Rebellen während des Bürgerkrieges ihr Hauptlager im Gorongosa auf und der Park diente als Supermarkt und Fleischlieferant für die Soldaten. Und um das Hauptquartier zu schützen, wurde die Gegend grosszügig vermint, die Elefanten - notabene die ganze Bevölkerung im Lande - ist noch heute traumatisiert. 1983 musste der Park geschlossen werden und wurde erst 1998 nach intensiver Räumung aller Mienen wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.



Auf der Website Gorongosa.net findet man einen Teil der historischen Aufnahmen. Von National Geographics gibt es die mit Preisen überhäufte Dokumentation „Afrika‘s verlorenes Paradies“. Die Wiedergeburt des Paradieses scheint zu gelingen. Der Park-Manager hat jedoch ehrgeizige Ziele und will Gorongosa zum „besten Park in ganz Afrika“ machen oder wie er mir sagte: „better as before!“. Allerdings wird es wohl noch eine Generation dauern, bis der Park wieder im gleichen Glanz erscheint. Der Bestand erholt sich selbstverständlich nicht mehr von selbst, die Tiere werden importiert, z.B. vom Krüger. Ende August werden 2 Geparden ausgesetzt, weitere sollen folgen.




In Zahlen:


1979
1994
2007
2010
Elefanten
3000
108
300
438
Büffel
18000
0
85
361
Impala
n/a
0
648
1195
Kudu
n/a
0
497
818
Kuhantilope
900
30
70
243
Wasserbock
2500
129
4501
13233
Hippo
4500
0
221
226

18000 Büffel müssen erst mal geschossen, gegessen oder per Mine - puff - zerrissen werden ...