Samstag, 14. Mai 2011

Neue Produkte

Nebst neuen Leuten, Länder und Sitten lernt man auf Reisen auch neue Produkte kennen – sofern man sich im Spar nicht mit den bereits bekannten, europäischen Produkten eindeckt. Nivea Shower Gel gibt es auch hier unten, aber ich kaufte mir ein Duschmittel der Marke Radox. Es gibt sie in verschiedenen Farben und Düften mit wohlklingenden Namen wie Reviving Retreat, Rise + Shine, Soul Soother und Happy Me. Aufgrund der kreativen Namensgebung wäre Letzteres mein Favorit gewesen, denn wer will schon nicht happy sein, aber ist ja klar, dass an mein Miki-Muk-Body ausschliesslich Muscle Rub kommt.

Radox Muscle Rub

ACHTUNG, ACHTUNG


Ein Getränk mit einem Warn-Kleber ist mir bisher auch noch nicht untergekommen: VORSICHTIG ÖFFNEN – NICHT SCHÜTTELN! Scheint mir das ideale Apéro-Getränk nach einer 300 km Fahrt über Schotterpisten zu sein. Das Getränk wird wohl kaum ein Export-Schlager werden und wer es trinkt ist selber Schuld. Es schmeckt zwar nach Ginger Ale, ist aber dermassen süss, dass Dir der Gaumen am Rachen kleben bleibt. Schlucken kannst Du danach nicht mehr.


Eine Gebrauchsanweisung lag nicht bei, aber mit Wasser lassen sich die verklebten Stellen wieder lösen. Empfehlenswert nur für den Abenteurer.

Und ja, die Flasche stand 12 Stunden, ich nahm sie vorsichtig und wollte den Deckel abschrauben, aber das Teil sprudelte bereits über. Gibt sicher irgendwo einen lustigen Youtube Clip.



Mittwoch, 11. Mai 2011

Windhoek

Nun bin ich schon ein paar Tage in Windhoek und rannte bisher hauptsächlich von Autohändler zu Autohändler. Der Markt gibt nicht wirklich viel her: entweder laufen die Fahrzeuge auf hohen Kilometer-Zahlen oder sie sind teuer, aber richtig. Kleines Beispiel: ein Toyota Prado, Jahrgang 2000 mit 345‘000 km kostet gut sFr 18‘000.-. Das gute dabei ist, ein Prado mit Jg. 98 und 378‘000 km kostet ebenfalls sFr. 17‘000.- Mit anderen Worten: kauf ein Auto, mach 30 – 40‘000 km und verkaufe ihn nahezu zum gleichen Preis. Es ist ein klarer Verkäufer-Markt. Ich habe mich noch nicht für ein Fahrzeug entschieden, habe aber nun von privater Seite etwas in Aussicht.

Meine Basis schlug ich auf einer Farm ausserhalb von Windhoek auf. Kurz vor Abflug erreichte mich noch ein Mail, worin es hiess: „  und wenn Du zum See kommst, fahre einfach den Spuren nach, der Untergrund ist fest. Es kamen auch schon Leute mit einem 2x4 auf die Farm“. Die Regensaison war dieses Jahr ausgiebig, die Farm erhielt 3x mehr Regen als im Durchschnitt. Die Feuchtigkeit hat zur Folge, dass es natürlich auch entsprechend viele Moskitos gibt … ich habe sie schon nach 5 Tagen satt!


Als ich um 15.00 auf die Farm fuhr, wurde ich begrüsst mit den Worten: „Peter, wir brauchen Deine Hilfe“. Sie bestand darin, die Kaffe-Kanne zu leeren und die beiden Kuchen zu vertilgen. Zur Zeit lebt  es sich gut auf der Farm: es gibt täglich entweder Springbock, Kudu oder Oryx und zu meinen Ehren gab es gestern sogar ein Zebra. Zu meinem Erstaunen schmeckte das Zebra hervorragend. Es war butter-zart und rosa wie unser Rind. Geschmacklich kam es einem Kudu am nächsten und es war weniger wild als unser Reh. Ich probierte das Fleisch von den schwarzen wie auch von den weissen Streifen ;-)




Freitag, 6. Mai 2011

tschüss, bye bye, au revoir und arrivederci

... sagte mir meine Festplatte vor 2 Monaten. Nun ist's bei mir soweit :-)


Danke für die SMs, Phone Calls und Glückwünsche. Bis dann und wann.

Freitag, 29. April 2011

Schwarz-Weisser Freitag

Um dem Blog etwas Farbe zu geben gibt es neu die Rubrik Schwarz-Weisser Freitag. Die Idee dahinter ist relativ einfach: es gibt jeweils Freitags ein Schwarz-Weiss Foto. Vielleicht aber auch mal ein entsprechendes Schwarz-Weiss Thema - je nachdem, wen oder was ich antreffen werde.

Natürlich werde ich dafür nicht jeden Freitag online sein können, zeitliche Verzögerungen seien daher bereits im Vorfeld entschuldigt. Es gibt jedoch immer wieder mal Aufnahmen, welche in Schwarz-Weiss oder mit entsprechenden Effekten ausdrucksstärker sind. Zum Beispiel das Werk eines grauen Riesen.

Entrindeter Baum, Krüger N.P. 



Mittwoch, 27. April 2011

Wohin des Weges?

Kapstadt


Die ursprüngliche Route werde ich in dieser Form nicht mehr machen können. Die für Botswana mühsam und aufwändig ergatterten Camp Reservationen in der Central Kalahari [Piper Pan, Letiahau und Sunday Pan], im Nxai [Baines Baobab und Nxai Pan], Makgadikgadi [Njuca Hills] sowie im Moremi [3rd Bridge] und Chobe [Savuti, Ihaha] sind für mich passé und verloren. Ich wünsche R & B allerdings eine unvergessliche Zeit an diesen Orten – toi toi toi :-)


Neue Route, neues Glück?

Im Moment lege ich den Schwerpunkt auf 
  1. Zambia: Kafue, Chimfunshi, South Luangwa und Luambe
  2. Zimbabwe: Mana Pools, allenfalls Hwange und Eastern Highlands
  3. Malawi: Nyika Plateau, Lake Malawi, Zomba Plateau und Liwonde
  4. Moçcambique: Gorongosa, Vilanculos, Pomene und Inhambane 

Daraus ergeben sich eigentlich mehrere Routen, wobei ich mal zwei in die nähere Auswahl nehme:

Variante 1


Da ich in den Winter fliege wäre hierbei der Vorteil, dass ich etwas später in den Hochebenen von Malawi wäre. Die Brise wird auf über 2000 m sicher noch frisch sein, aber allenfalls nicht mehr ganz so kalt. Zusätzlich: ich käme am Hwange vorbei und könnte die 22 stündige Fähre quer über den Kariba-See nehmen. 

Variante 2


Diese Variante würde rein fahr-technisch etwas mehr Sinn machen. Es erlaubt mir etwas mehr Flexibilität, wenn man mal eben nach links und / oder rechts einen Abzweiger einbauen will. Zudem könnte man die Füsse an den Stränden von Moçambique zum Schluss hochlegen.

Hm .. ich werde mich wohl auf dem Trans Kalahari Highway an der Kreuzung entscheiden: weiter auf der A3 nach Maun ergibt Variante 2 oder einmal links abgebogen auf die die A35 ergibt dann Variante 1. Man wird berichten :-)




Dienstag, 26. April 2011

Zurück auf Start

Die Lobhudelei auf die Pflegefachfrauen im März war sicher auch etwas emotional gesteuert. Wenn man sich vor lauter Infusionen und Schläuchen nicht mehr bewegen kann ist man für jede Hilfe dankbar, sei sie noch so klein. Rückblickend bin ich jedoch erst recht überzeugt, dass eine professionelle, nachhaltige und vor allem eine konstante Pflege den Genesungs-Prozess positiv beeinflusst und unterstützt. Mittlerweile ist mein Flugverbot aufgehoben, die medizinische Abschluss-Untersuchung verlief einwandfrei. Somit könnte ich nun wieder ein Flugticket kaufen.

Nun, dies sollte ja kein medizinischer, sondern eine Reiseblog sein, also zurück zum Thema. Zurück auf Start. Natürlich könnte ich nicht nur ein Ticket kaufen, ich werde es auch. Obwohl … 


Das Erstellungs-Datum meines Excel-Dokumentes project_africa datiert tatsächlich vom Donnerstag, 21. September 2006 10:52:22. Nach 4 Jahren träumen, 3 Jahren planen (Afrika-Durchquerung mitgerechnet), 2 Verschiebungen und einem  unverhofften Abbruch ist zu meinem eigenen Erstaunen meine Abenteuer-Lust beinahe verflogen. Mittlerweile bin ich auf die Reise so gespannt wie eine gedämpfte Tomate. 

Waterberg Plateau, Namibia


Trotz allem Vorfreude auf Treffen mit R & B

Meine lieben Freunde und Reisegefährten für die ersten 6 Wochen sind nun alleine unterwegs und in diesen Tagen im Central Kalahari Game Reserve. Ihre kargen Berichte in Form von seltenen SMS lassen allerdings auf eine abenteuerliche Zeit schliessen. Im Gegensatz zu meinen eigenen Plänen bin ich auf ihre ausführlichen Berichte neugierig wie ein Pinguin. Ihre letzte Reise-Woche wird meine dritte sein und ein Grund, doch noch runter zu fliegen. Vielleicht kommt der Appetit ja mit dem Essen resp. die Neugier beim Entdecken. Am 6.5. fliege ich ab.


Donnerstag, 10. März 2011

Wer hat an der Uhr gedreht?

Geschöpfe dieser Erde haben öfters mal so ein Bauteil, welches dazu beiträgt, dass ein Geschöpf als solches überhaupt funktioniert. Wenn nun ein solches Bauteil ausfällt, führt dies unweigerlich zu einer Fehlfunktion – ansonsten wäre das Bauteil überflüssig und könnte getrost ignoriert werden.

Mein Abflug war ja auf den 2.3. geplant, aber wurde auf den 26.2. vorverlegt, als ein solches Bauteil bei mir ausfiel. Auch die Destination wurde kurzfristig von Hosea Kutako Airport, Windhoek, auf Zimmer 432 des Spitals meiner Gemeinde korrigiert / berichtigt / geändert. Die Umbuchung erfolgte ohne Verzögerung nach Ansicht des durchleuchteten Bauteils durch meinen Arzt.

Ich musste es mir also nicht sitzend auf 45 x 78 cm gemütlich machen, sondern hatte sagenhafte 90 x 220 cm liegend zur Verfügung. Der Service im Spital war aber in etwa der gleiche wie im Flugzeug: Frühstück und Abendessen wurde serviert und das Entertainment-System ist inbegriffen.


Wahre Helden

Ärzte sind Helden, retten Sie doch von Woche zu Woche unter Namen wie Dr. House oder als Bergdoktor Leben um Leben. Wohl bemerkt, das Arbeitspensum eines Arztes in einem Krankenhaus ist enorm und dem zolle ich Respekt.

Die wahren Helden sind meines Erachtens jedoch die Pflegefachfrauen – sie leisten unermüdlich Aussergewöhnliches unter schwierigen Bedingungen. Es sollte mindestens eine Serie über diesen Berufsstand geben. Für mich waren sie die Engel in Weiss. Ihre Leistungen können nicht genug gewürdigt werden. Und die Würdigung sollte täglich wiederholt werden. Angesichts der Tätigkeiten und der Belastungen sollten sie das Doppelte verdienen.

Sollte tatsächlich mal eine Boni-Steuer eingeführt werden, so sollte diese nicht an den Staat gehen sondern unter den Pflegenden verteilt werden! Steuerfrei.



Mama Africa

Was nun, Mama Africa? Wann werden wir uns sehen?

Im Moment kann ich dazu gar nichts mehr schreiben ... im Spital-Bett hatte ich noch die eine oder andere Idee ... mittlerweile aber alles verworfen. Vorderhand habe ich noch Flugverbot für mindestens 6 Wochen ... Genesungs-Prozess ist im Gange, aber grosse Prognosen wage ich keine.

Nun, heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!